Vor wenigen Tagen hatten wir als Team des Zentrums für Vielfalt und Inklusion die Möglichkeit, die Werkstatt-Schule Rostock zu besuchen.
Unser Ziel war es, Inklusion nicht nur theoretisch zu diskutieren, sondern konkret im Schulalltag zu erleben.
Einblick in den Unterricht
Wir konnten unterschiedliche Unterrichtssituationen begleiten.
Im Mathematikunterricht einer dritten Klasse wurde im Tausenderbereich gerechnet.
Der Einstieg fand im Stuhlkreis statt, die Atmosphäre war ruhig und offen.
Parallel dazu wurde ein Unterricht besucht, der die Fächer Religion, Ethik und Philosophie verbindet.
Die Schüler*innen arbeiteten in Kleingruppen und konnten selbst entscheiden, wie sie arbeiten möchten.
Deutlich wurde:
Der Unterricht war nicht frontal organisiert, sondern auf Beteiligung und gemeinsames Lernen ausgerichtet.
Lernen in Gemeinschaft
Was besonders auffiel:
- aktive Beteiligung aller Schüler*innen
- flexible Unterrichtsformen
- Raum für unterschiedliche Bedürfnisse
Die Lernumgebung wirkte offen und wertschätzend.
Persönliche Perspektiven
Für unsere Bildungsfachkraft Julia war der Besuch besonders bedeutend.
Sie war selbst Schülerin an dieser Schule – vor sieben Jahren.
Damals war sie das erste Kind mit Behinderung, das dort eingeschult wurde.
Heute ist sie Bildungsfachkraft in unserem Team und hat kürzlich ihre eigene Bildungsbiografie in einer Vorlesung an der Universität Greifswald vorgestellt – Teil davon war auch ihr Besuch der Werkstatt-Schule Rostock.
Der Besuch an ihrer ehemaligen Schule hat viele Erinnerungen ausgelöst und ihr verdeutlicht, was sie alles in den letzten Jahren erlebt und geschafft hat.
Austausch mit der Schule
Im Anschluss fand eine Gesprächsrunde mit der Schulleitung und einer Sozialpädagogin statt.
Im Fokus standen Fragen wie:
- Wie werden alle Kinder im Unterricht einbezogen?
- Welche Unterrichtsformen werden genutzt?
- Wie wird auf individuelle Bedürfnisse eingegangen?
Viele Antworten wurden bereits durch die beobachtete Praxis sichtbar.
Ein wichtiges Detail: Periodenprodukte
Ein Punkt, der uns besonders aufgefallen ist:
Auf den Toiletten standen kostenlose Periodenprodukte zur Verfügung.
Für uns ist klar:
Das sollte selbstverständlich sein – in jeder Schule.
Was die Werkstatt-Schule besonders macht
Die Schule zeichnet sich aus durch:
- gemeinsames Lernen
- flexible Strukturen
- Offenheit im Umgang miteinander
- eine inklusive Grundhaltung
Inklusion zeigt sich hier im Alltag – nicht nur als Konzept.
Bedeutung für unsere Arbeit
Solche Einblicke sind zentral für unsere Arbeit als Zentrum für Vielfalt und Inklusion.
Wir bieten Workshops und Bildungsangebote an, in denen wir zeigen,
- wie Inklusion praktisch umgesetzt werden kann
- wo Barrieren entstehen
- und wie sie abgebaut werden können
Unsere Perspektive ist dabei besonders:
Unsere Angebote werden von Menschen mit Behinderung selbst durchgeführt.
Fazit
Der Besuch hat gezeigt, dass inklusive Bildung möglich ist, wenn Strukturen, Haltung und Praxis zusammenkommen.
💬 Welche Erfahrungen habt ihr mit Schule gemacht?

