Im Rahmen unserer inklusiven Bildungsarbeit fand heute ein Workshop zum Thema Unterstützte Kommunikation (UK) und Gebärdensprache in der Hochschule Neubrandenburg statt. Die Veranstaltung bot einen praxisnahen Einblick in Kommunikationsformen, die Menschen unterstützen, die wenig oder gar nicht sprechen können.

Was ist Unterstützte Kommunikation?

Unterstützte Kommunikation umfasst alle Methoden, Strategien und Hilfsmittel, die die Lautsprache ergänzen oder ersetzen. UK richtet sich an Menschen, die aufgrund von angeborenen oder erworbenen Behinderungen, Schwierigkeiten haben, sich verbal mitzuteilen.

Zum Einsatz kommen unter anderem:

  • Gestik, Mimik, Blicke, Gebärden

  • Externe Hilfsmittel, wie Symbole, Bilder, Fotos, Realgegenstände

  • Technische Systeme, wie Talker oder Sprachcomputer

  • Kommunikationsbücher, Karten und Tafeln

Das Ziel ist immer dasselbe: Verständigung ermöglichen, Teilhabe stärken und Selbstbestimmung fördern. Jeder Mensch hat ein Recht auf Kommunikation – unabhängig von Sprache, Fähigkeiten, Unterstützungsbedarf oder Kommunikationsstil.

Wichtige Inhalte des Workshops

Die Teilnehmenden lernten:

  • Wie UK im Alltag eingesetzt werden kann

  • Dass UK die Sprachentwicklung nicht hemmt, sondern sogar unterstützt

  • Die Bedeutung von Geduld, Wiederholung und einem unterstützenden Umfeld

  • Welche Herausforderungen im Alltag auftreten können

  • Persönliche Erfahrungen aus dem Wohnheimalltag unserer Bildungsfachkraft Julia

Ein zentraler Teil des Workshops war der persönliche Erfahrungsbericht unserer Workshopleiterin Julia. Sie berichtete offen darüber, wie sie sich damit fühlt, dass in ihrem Wohnheim wenige Bemühung stattfindet, Gebärdensprache oder UK zu lernen.
Diese Erfahrungen zeigen deutlich, wie notwendig UK ist – nicht nur als Hilfsmittel, sondern als Haltung der gesamten Gesellschaft.

Warum UK uns alle etwas angeht

Damit unterstützte Kommunikation wirksam sein kann, braucht es ein Umfeld, das bereit ist:

  • zuzuhören

  • dazuzulernen

  • Kommunikationsformen ernst zu nehmen

  • Barrieren zu erkennen und abzubauen

UK funktioniert nur, wenn wir alle mitmachen.
Deshalb ist es wichtig, dass wir als Gesellschaft offen dafür sind, UK zu lernen, anzuwenden und zu unterstützen – im Wohnbereich, in der Schule, bei der Arbeit, in Betreuungssituationen und im täglichen Miteinander.

Wir danken allen Teilnehmenden für ihr Interesse, ihre Offenheit und die wertvollen Beiträge und natürlich ganz besonders Julia, die diesen Workshop vorbereitet und durchgeführt hat.