Ihr kennt vielleicht unsere Reihe „Sag nicht – sag lieber“, in der wir diskriminierungssensible Sprache unter die Lupe nehmen. Jetzt starten wir etwas Ergänzendes: „Was bedeutet eigentlich…?“
Es gibt viele Begriffe, die im Zusammenhang mit Behinderung, Queersein und Diversity wichtig sind.. Begriffe, die in Debatten fallen, ohne dass alle wissen, was genau dahintersteckt. Um das zu ändern, wollen wir unseren Beitrag leisten. Hin und wieder werden wir einen Begriff erklären.
Wir laden euch ein: Schreibt uns eure Fragen und Vorschläge! Welche Begriffe beschäftigen euch? Was habt ihr schon mal gehört, aber nie wirklich verstanden? Wir freuen uns auf eure Ideen.
Den Anfang macht heute ein Begriff, der gerade aktueller nicht sein könnte.
Was ist ein Safe Space?
Ein Safe Space – auf Deutsch etwa „sicherer Raum“ – ist ein geschützter Ort, physisch oder digital, in dem sich Menschen einer marginalisierten Gruppe sicher fühlen können. Frei von Diskriminierung, Anfeindungen und Ausgrenzung. Ein Raum, in dem man einfach man selbst sein darf – ohne erklären, rechtfertigen oder verteidigen zu müssen, wer man ist.
Safe Spaces entstehen nicht aus dem Wunsch, andere auszuschließen. Sie entstehen, weil marginalisierte Menschen in vielen öffentlichen Räumen nicht sicher sind – weil sie Alltagsrassismus, Diskriminierung und Anfeindungen ausgesetzt sind. Der Safe Space ist die Antwort auf eine Realität, die für viele Menschen täglich belastend ist.
Warum ist dieser Begriff gerade so relevant?
Der Verein „Each One Teach One“ (EOTO) hatte im Berliner „Volksbad“ vor der Volksbühne einen sechsstündigen Slot für POC-Kids reserviert – ein Safe Space, um gemeinsam schwimmen zu können, in einer vertrauten Gemeinschaft, ohne Alltagsrassismus erleben zu müssen.
Was folgte, zeigt das Gegenteil dessen, was ein Safe Space ermöglichen soll: Rassistische Drohungen und eine bundesweite Welle rassistischer Hetze – so massiv, dass die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen abgesagt werden musste.
Was dieser Vorfall uns zeigt
Safe Spaces sind kein Angriff auf andere. Sie sind kein Ausdruck von Ausgrenzung. Sie sind die notwendige Antwort auf eine Gesellschaft, in der marginalisierte Menschen noch immer nicht überall sicher sind.
Wenn ein Schwimmtermin für POC Kids zu einer bundesweiten Debatte über „Rassentrennung“ wird – dann zeigt das nicht, dass der Safe Space falsch war. Es zeigt, wie dringend er gebraucht wird.
Das gilt übrigens nicht nur für Schwarze Menschen. Safe Spaces gibt es für queere Menschen, für Menschen mit Behinderungen, für viele weitere marginalisierte Gruppen. Für alle Menschen, die in der Öffentlichkeit nicht sicher sein können, so zu sein wie sie sind.
Macht mit – welche Begriffe wollt ihr als nächstes?
Diese Reihe lebt von eurer Beteiligung. Welche Begriffe beschäftigen euch? Was habt ihr schon mal gehört, aber nie wirklich eingeordnet? Schreibt uns gerne.
Euer ZEVI-Team

