Heute, am 30. September, ist der Tag der Legasthenie und Dyskalkulie. Ein guter Anlass, in unserer Reihe „Was bedeutet eigentlich…?“ diese zwei Begriffe unter die Lupe zu nehmen…

Legasthenie – mehr als nur Rechtschreibfehler

Legasthenie bezeichnet eine Lese-Rechtschreib-Störung – eine neurologisch bedingte Besonderheit in der Verarbeitung von Sprache und Schrift. Menschen mit Legasthenie haben Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben. Nicht weil sie nicht wollen. Nicht weil sie sich nicht anstrengen. Sondern weil ihr Gehirn Informationen anders verarbeitet als die Mehrheit.

Legasthenie hat nichts mit Intelligenz zu tun – und nichts mit Faulheit. Sie ist eine neurologische Besonderheit und keine persönliche Schwäche. Trotzdem erleben viele Menschen mit Legasthenie genau das Gegenteil: Sie werden unterschätzt, unter Druck gesetzt und für etwas beschämt, wofür sie nichts können.

Dyskalkulie – Zahlen, die sich anders anfühlen

Dyskalkulie bezeichnet eine Rechenstörung – Schwierigkeiten im Umgang mit Zahlen, Mengen und mathematischen Zusammenhängen. Auch hier gilt: Das Gehirn arbeitet anders – nicht schlechter. Dyskalkulie ist kein Zeichen von mangelnder Intelligenz und kein Zeichen von fehlendem Willen. Sie beschreibt eine Besonderheit in der mathematischen Informationsverarbeitung, die mit den richtigen Rahmenbedingungen gut begleitet werden kann.

Was beide verbindet

Menschen mit Legasthenie oder Dyskalkulie hören oft dieselben Sätze – ein Leben lang. „Streng dich einfach mehr an.“ „Du bist doch nicht dumm – warum klappt das nicht?“ „Das ist doch nicht so schwer.“ Diese Sätze tun weh. Sie treffen Menschen, die sich täglich anstrengen – in einem System, das nicht für ihre Art zu lernen gebaut wurde.

Was wirklich hilft, ist kein Geheimnis: Verständnis, die richtigen Rahmenbedingungen, individuelles Lernen und Nachteilsausgleich. Nicht Druck, Nicht Scham, sondern die Bereitschaft, Schule und Bildung anders zu denken – für alle.