In unserer Reihe „Was bedeutet eigentlich…?“ nehmen wir Begriffe unter die Lupe, die im Zusammenhang mit Behinderung, queersein und Diversity wichtig sind – Heute: Intersektionalität.

Was bedeutet Intersektionalität konkret?

Intersektionalität beschreibt, wie verschiedene Formen von Diskriminierung sich nicht einfach addieren, sondern miteinander verknüpfen und ganz eigene Erfahrungen erzeugen.

Ein Beispiel: Eine schwarze Frau mit Behinderung erlebt nicht einfach Rassismus plus Sexismus plus Ableismus getrennt voneinander. Sie erlebt eine verschränkte Form der Diskriminierung, die sich von der Erfahrung weißer Frauen mit Behinderung, von der schwarzer Männer ohne Behinderung und von der schwarzer Frauen ohne Behinderung unterscheidet. Eine ganz eigene Realität – die in keiner einzelnen Bewegung vollständig mitgedacht wird, wenn man nur eine Dimension im Blick hat.

Warum ist dieser Begriff wichtig?

Diskriminierung funktioniert selten eindimensional. Wer nur eine Kategorie denkt, übersieht viele Menschen – und trifft Entscheidungen, die ihnen schaden, ohne es zu merken.

Intersektionalität erinnert uns daran: Menschen sind nicht nur „behindert“ oder nur „queer“ oder nur „Schwarz“. Sie können all das gleichzeitig sein – und erleben die Welt dementsprechend. Eine Inklusionspolitik, die nur Behinderung im Blick hat, denkt queere Menschen mit Behinderung nicht mit. Eine Frauenpolitik, die nur Geschlecht im Blick hat, denkt Frauen mit Behinderung nicht mit.

Echte Inklusion muss deshalb alle Überschneidungen mitdenken – und Menschen dort abholen, wo sie wirklich stehen.

Welche Begriffe beschäftigen euch? Schreibt uns – wir nehmen jeden Vorschlag ernst. 💜