Am 17. Dezember 2025 waren waren wir in der Bundesagentur für Arbeit zum Tag der Inklusive zu Gast. Der diesjährige Schwerpunkt stand unter dem Thema „Hören“. Neben einem Hörtest und einem Workshop zur Anatomie des Ohres gestalteten wir zwei aufeinanderfolgende Workshops mit jeweils 16–20 Teilnehmenden.
Hören ist mehr als ein Sinn – es ist die Basis für Teilhabe
In unseren Workshops setzten wir uns intensiv mit den Fragen auseinander:
Was erschwert Zuhören? Welche Auswirkungen hat es, wenn Menschen nicht gehört werden? Wie können wir Betroffene aktiv unterstützen?
Grundlage bildeten dabei der persönlich Erfahrungsberichte unserer Bildungsfachkraft Mila. Sie schilderte eindrücklich ihre Erlebnisse aus der Berufsberatung während ihrer Schulzeit:
Ihr wurde nicht zugehört, man traute ihr wenig zu, stellte keine Rückfragen und ging nicht auf ihre Bedürfnisse ein. In der Folge konnte keine passende Ausbildung für sie gefunden werden.
Diese Erfahrungen machten deutlich, wie entscheidend echtes Zuhören für Teilhabe und Chancengleichheit ist – und wie wichtig es ist, dass die Mitarbeitenden der Bundesagentur für Arbeit sich bewusst machen, wie sie ihren Kund*innen begegnen.
Aktive Stationen: Barrieren selbst erleben
An mehreren Stationen konnten die Teilnehmenden selbst erfahren, wie herausfordernd Zuhören in bestimmten Situationen sein kann:
🎧 Gespräche führen mit Kopfhörern, die Nebengeräusche stark verstärken (Hyperakusis-Simulation) und wie schwer es dadurch wird, sich auf Inhalte zu konzentrieren
📋 Arbeitsanweisungen befolgen mit geräuschdämpfenden Kopfhörern
📚 Sammeln von Arbeitssituationen, in denen Zuhören besonders schwerfällt
Diese praktischen Übungen führten bei vielen zu spürbaren Aha-Momenten, insbesondere beim Einsatz der Kopfhörer.
Großes Interesse und offener Austausch
In beiden Workshops zeigten die Teilnehmenden großes Interesse, stellten viele Fragen und arbeiteten engagiert mit. Sie begegneten den Erfahrungsberichten und Stationen offen und reflektiert. Der Austausch machte deutlich, wie wertvoll solche Formate sind, um für Barrieren in der Kommunikation zu sensibilisieren und neue Perspektiven zu eröffnen.
Der Tag hat gezeigt:
Gutes Zuhören ist kein Automatismus – es braucht Aufmerksamkeit, Haltung und die Bereitschaft, die eigenen Kommunikationsweisen zu hinterfragen.
Wir bedanken uns herzlich bei der Bundesagentur für Arbeit für die Einladung sowie bei allen Teilnehmenden für das Interesse, die Offenheit und den konstruktiven Austausch.

