Sommer. Sonne. Reisezeit. Mit Behinderung bedeutet Urlaub oft: doppelt so viel Vorbereitung. Wir haben Tipps gesammelt, die genau das erleichtern.
Wheelmap – die Karte für rollstuhlgerechte Orte
Seit 2010 können Rollstuhlfahrer*innen weltweit Orte finden, eintragen und bewerten – Cafés, Restaurants, Museen, einfach alles. Ein einfaches Ampelsystem zeigt: Grün steht für uneingeschränkt zugänglich, Orange für teilweise zugänglich und Rot für nicht zugänglich. Durch die Wheelmap ist also auf einen Blick erkennbar, ob ein Ort barrierefrei ist oder nicht – das ermöglicht mehr Spontanität, Freiheit und Selbstbestimmung. Das Projekt der Sozialhelden lebt von der Community: Jede*r kann Orte eintragen, bewerten und Fotos hochladen, damit andere sich ein genaues Bild machen können.
https://wheelmap.org/
Mit Rollstuhl an den Strand – geht das?
Ja! In Mecklenburg-Vorpommern gibt es zahlreiche barrierefreie Strandzugänge mit befestigtem Zugang, teilweise inklusive Strand- oder Baderollstühlen, behindertengerechten WCs und Parkplätzen.
Strandrollstühle mit extra großen Reifen ermöglichen die Fahrt durch den Sand bis ins Wasser – meist kostenlos auszuleihen, zum Beispiel bei der DLRG. Auch Strandkörbe gibt es inzwischen barrierefrei – mit Rollstuhl-Bucht und kleiner Rampe.
Konkrete Anlaufstellen: Heiligendamm, Zierow, Markgrafenheide und Lubmin bieten barrierefreie Strandaufgänge. Auf Rügen sind es Binz, Baabe, Thiessow und Altefähr.
Wichtig zu wissen: Diese Angebote sind meist saisonal verfügbar – in der Regel von Mitte Juni bis Anfang September. Am besten vorher direkt beim jeweiligen Ort nachfragen oder online checken.
Bahn & Flug
Bei der Bahn lässt sich im Fernverkehr ein Rollstuhlstellplatz mit reserviertem Sitzplatz für eine Begleitperson buchen. Der Unterstützungsbedarf sollte am besten bis 20 Uhr am Vortag der Reise angemeldet werden.
Bei Flugreisen gilt: Der Betreuungsservice sollte spätestens 48 Stunden vor Reiseantritt bei der Fluggesellschaft angemeldet werden.
Reisen mit unsichtbarer Erkrankung
Chronische Erkrankungen, Autismus, ADHS, Angststörungen… Reisen bringt hier oft ganz eigene Hürden mit sich, die niemand sieht.
Energie-Management ist entscheidend: Reisen kostet Kraft, deshalb sollten Pausen fest eingeplant werden – nicht erst dann, wenn sie gebraucht werden, sondern vorausschauend.
Reizüberflutung ist eine reale Herausforderung: Flughäfen, Bahnhöfe und volle Strände bringen viele Eindrücke gleichzeitig. Noise-Cancelling-Kopfhörer oder Ohrstöpsel können hier helfen.
Medikamente und Atteste sollten immer mitgeführt werden – wichtige Unterlagen, Medikamentenpläne und ärztliche Bescheinigungen, bei Auslandsreisen idealerweise auch mehrsprachig.
Struktur vorab zu schaffen nimmt viel Druck heraus: Wer schon weiß, wo sich Toiletten, Rückzugsorte oder ruhige Bereiche befinden, kann entspannter reisen.
Und: Sichtbar machen, was unsichtbar ist. Die Hidden Disability Sunflower ist genau dafür gedacht – mehr dazu erfahrt ihr in unserem extra Beitrag zu diesem Thema.
Wir wünschen euch einen schönen Sommer! Euer ZEVI-Team

