In unserer Reihe „Sag nicht – sag lieber“ schauen wir uns Begriffe an, die im Alltag häufig verwendet werden und erklären, warum sie problematisch sein können.
Heute geht es um die Formulierung:
„an den Rollstuhl gefesselt“
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Warum diese Formulierung nicht passend ist
Die Redewendung „an den Rollstuhl gefesselt“ erzeugt ein starkes Bild.
Sie vermittelt:
•Abhängigkeit
•Gefangenschaft
•Leid
•Unfreiheit
Doch dieses Bild entspricht nicht der Realität vieler Rollstuhlnutzer*innen.
Ein Rollstuhl ist kein Symbol für Tragik –
er ist ein Hilfsmittel, das Mobilität ermöglicht.
Er schafft:
•Selbstständigkeit
•Bewegungsfreiheit
•gesellschaftliche Teilhabe
Die problematische Wirkung liegt also nicht im Rollstuhl selbst,
sondern in der Art, wie darüber gesprochen wird.
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Was stattdessen gesagt werden kann
Empfehlenswerte Alternativen sind:
• nutzt einen Rollstuhl
• ist Rollstuhlnutzer*in
Diese Begriffe beschreiben neutral,
ohne Dramatisierung oder Mitleidsrahmung.
Wie immer gilt: Selbstbezeichnungen haben Vorrang! Also fragt respektvoll nach.
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Sprache formt Haltung
Wenn wir sagen „gefesselt“, transportieren wir unbewusst ein defizitorientiertes Bild.
Wenn wir sagen „nutzt“, stellen wir Selbstbestimmung und Handlungsmacht in den Vordergrund.
Sprache prägt Wahrnehmung und Wahrnehmung beeinflusst gesellschaftliche Strukturen.
Mehr zur Wirkung von Sprache und warum inklusive Sprache wichtig ist,
findet ihr in unserem Beitrag zum Thema Inklusive Sprache.
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Wichtig
Es gibt keine perfekte Sprache.
Aber es gibt bewusste Sprache.
Selbstbezeichnungen haben immer Vorrang.
Wenn du unsicher bist, frag respektvoll nach.
Denn inklusive Sprache bedeutet nicht, alles zu wissen –
sondern bereit zu sein, dazuzulernen.

