Am 3. September 2026 führten wir nach einer Sommerpause mal wieder ein Seminar an der Hochschule Neubrandenburg durch Wir hatte Besuch von Studierenden der TFA Akademie Neubrandenburg. Ziel dieses Seminars war es, sich mit Inklusion, Barrieren und Lebensrealitäten von Menschen mit Behinderungen auseinanderzusetzen.
Kennenlernen mit Emotion Cards
Den Auftakt machte Julia mit einer Begrüßung: Wer sind wir? Wie ist das Projekt entstanden? Was bedeutet es, als Bildungsfachkraft an einer Hochschule zu arbeiten? Danach folgte eine Kennenlernrunde mit Emotion Cards – jede*r zog eine Karte und erzählte, was sie oder er damit im Zusammenhang mit Inklusion verbindet. Ein einfacher Einstieg, der überraschend tiefe Antworten hervorbrachte.
Kita-Erfahrungen – Mila erzählt
Mila schilderte ihre eigenen Erfahrungen in der Kita – welche Barrieren sie erlebt hat, was fehlte und was ihr geholfen hätte. Im Anschluss arbeiteten die Teilnehmenden in drei Kleingruppen: Welche Barrieren gibt es für Kinder mit Behinderungen in der Kita? Welche Lösungsideen gibt es? Die Ergebnisse wurden auf Flipcharts festgehalten und im Plenum vorgestellt.
Schulerfahrungen – Julia und Franzi erzählen
Nach einer Pause teilten Julia und Franzi ihre eigenen Schulerfahrungen – persönlich, direkt und ungeschönt. Wieder folgte Gruppenarbeit mit demselben Prinzip: Barrieren benennen, Lösungsideen entwickeln, vorstellen. Ein Format, das nicht nur informiert, sondern echte Auseinandersetzung ermöglicht.
Reflexion
Nach der Mittagspause verteilte Erdmute Reflexionskarten mit drei Fragen: Was nehme ich aus dem ersten Teil mit? Was kann ich in meiner späteren Tätigkeit einbauen? Wo war mein Aha-Erlebnis? Die Karten sollten beschriftet und mitgenommen werden – als persönliche Erinnerung an das, was bewegt hat.
UN-BRK Artikel 27 – Arbeit und Beschäftigung
Mila trug Artikel 27 der UN-Behindertenrechtskonvention zum Thema Arbeit und Beschäftigung vor. Nicht um ihn zu analysieren – sondern einfach damit er gehört wird. Weil Rechte kennen der erste Schritt ist, sie einzufordern.
Bildungsbiografie – eine neue Methode
Erdmute probierte eine neue Methode aus: die Bildungsbiografie. Zwei Gruppen erhielten je einen Umschlag mit Lebenswegkarten – eine Gruppe stellte Menschen ohne Behinderung dar, die andere Menschen mit Behinderung. Die Gruppe ohne Behinderung konnte frei entscheiden: Schule, Ausbildung, Studium, Reisen – alle Wege offen. Die Gruppe mit Behinderung hingegen hatte einen weitgehend vorgezeichneten Weg: von der Kita über die Schule bis zur Werkstatt für behinderte Menschen.
Ein Moment, der sichtbar macht, was viele nicht sehen wollen – und was sich dringend ändern muss.
Gespräch statt Präsentation
Eigentlich war zum Abschluss eine Präsentation der Werkstatterfahrungen geplant. Aber das Gespräch war so lebendig, dass die Gruppe gemeinsam entschied, einfach weiterzureden. Die Teilnehmenden stellten Fragen, die Bildungsfachkräfte antworteten – offen, persönlich und auf Augenhöhe. Genau so soll es sein.
Um 14 Uhr war Feierabend – mit dem Gefühl, dass dieser Tag etwas bewegt hat. 💚
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