Am 16. Juni 2026 nahmen wir an der Fachtagung „Brücken bauen für eine inklusive Arbeitswelt für alle“ in Parchim teil.

Die Veranstaltung brachte Menschen aus Politik, Verwaltung, Wohlfahrtsverbänden, Unternehmen und der Selbstvertretung zusammen. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, wie Menschen mit Behinderung bessere Chancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erhalten können und welche Veränderungen dafür notwendig sind.

Ein gelungener Auftakt

Nach einem musikalischen Einstieg der Band Lewitz-Sound eröffneten Vertreter*innen aus Politik und Wohlfahrt die Veranstaltung. Schnell wurde deutlich, dass alle Beteiligten ein gemeinsames Ziel verfolgen:

Eine Arbeitswelt, in der Menschen mit Behinderung selbstverständlich dazugehören.

Die aktuelle Situation

Obwohl Mecklenburg-Vorpommern über 23 Werkstätten mit insgesamt 99 Standorten verfügt, bestehen weiterhin große Hürden beim Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

In den Vorträgen und Diskussionen wurde deutlich, dass vor allem strukturelle Barrieren den Weg erschweren.

Immer wieder wurden genannt:

  • umfangreiche Bürokratie
  • komplizierte Verwaltungsabläufe
  • Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung
  • fehlende Informationen für Arbeitgeber
  • Unsicherheiten bei Fördermöglichkeiten

Die Botschaft war eindeutig:

Nicht die Menschen müssen sich verändern – sondern die Rahmenbedingungen.

Der Leitsatz der gesamten Veranstaltung lautete deshalb:

„Nicht ohne uns über uns.“

Menschen mit Behinderung sollen nicht Objekt von Entscheidungen sein, sondern aktiv an ihrer Gestaltung beteiligt werden.

Dieser Gedanke begleitet auch unsere tägliche Bildungsarbeit.

Wir erleben immer wieder, wie wichtig es ist, dass Menschen mit Behinderung ihre Erfahrungen selbst einbringen und mit ihrer Expertise gesellschaftliche Entwicklungen mitgestalten.

Praxisbeispiele machen Mut

Besonders beeindruckend war das Beispiel der Lewitz-Dienstleistungen gGmbH.

Dort wird Inklusion bereits gelebt.

Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten gemeinsam – faire Bezahlung, flexible Arbeitszeiten, psychologische Begleitung und Einsatz von Gebärdensprache im Arbeitsalltag.

Diese Beispiele zeigen, dass inklusive Beschäftigung nicht nur möglich ist, sondern Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen bereichert.

Gemeinsam Lösungen entwickeln

Am Nachmittag arbeiteten alle Teilnehmenden in verschiedenen Arbeitsgruppen zusammen.

Im Mittelpunkt standen Fragen wie:

  • Wie können Menschen mit und ohne Behinderung leichter miteinander ins Gespräch kommen?
  • Welche Unterstützung benötigen Arbeitgeber?
  • Wie lassen sich bürokratische Hürden abbauen?
  • Welche Ideen können inklusive Beschäftigung nachhaltig stärken?

Besonders positiv empfanden wir, dass nicht nur Probleme benannt wurden. Vielmehr entstanden zahlreiche konkrete Ideen und Lösungsvorschläge für die Zukunft.

Unterstützung für Arbeitgeber

Ein weiteres Thema war die Einheitliche Ansprechstelle für Arbeitgeber (EAA), die Betriebe bei Fragen rund um die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung unterstützt.

Außerdem wurde das Budget für Arbeit diskutiert.

Dieses Instrument eröffnet vielen Menschen Chancen auf eine Beschäftigung außerhalb einer Werkstatt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass bestehende bürokratische Hürden und Unsicherheiten – beispielsweise hinsichtlich Rentenansprüchen – weiter abgebaut werden müssen.

Unser Fazit

Die Veranstaltung hat gezeigt, dass viele Menschen bereit sind, gemeinsam Verantwortung für eine inklusivere Arbeitswelt zu übernehmen.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass es noch viel zu tun gibt.

Inklusion gelingt nicht allein durch gute Absichten.

Sie braucht passende gesetzliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie, gut informierte Arbeitgeber und vor allem die konsequente Beteiligung von Menschen mit Behinderung an allen Entscheidungen.

Genau dafür setzen wir uns auch als Bildungsfachkräfte ein.

Möchtest auch du Inklusion erlebbar machen?

In unseren Workshops, Seminaren und Vorträgen sprechen wir über inklusive Arbeitswelten, Barrierefreiheit, sensible Sprache, Teilhabe und viele weitere Themen – immer aus unserer eigenen Erfahrung heraus.

Ob Unternehmen, Verwaltung, Schule, Hochschule oder Verein: Wir kommen gerne zu euch und gestalten gemeinsam Bildungsangebote, die Inklusion verständlich, praxisnah und persönlich erlebbar machen. Wir freuen uns auf eure Anfrage!