Ally sein bedeutet, sich bewusst und solidarisch an die Seite von Menschen zu stellen, die Diskriminierung erfahren. Man kann Ally für viele unterschiedliche Personen und Personengruppen sein.

In diesem Beitrag möchten wir darüber aufklären, was es heißt, ein unterstützender Ally für Menschen mit Behinderungen zu sein.

Kurz gesagt bedeutet Allyship:
zuhören, Haltung zeigen und aktiv gegen Ableismus handeln.

Dabei geht es nicht darum, für Betroffene zu sprechen, sondern mit ihnen. Ihre Erfahrungen ernst zu nehmen, ihre Stimmen zu stärken und Barrieren sichtbar zu machen – ohne sie dabei zu übergehen.

Ally sein heißt, Rücken zu stärken, nicht Raum einzunehmen.
Solidarität bedeutet Verantwortung zu übernehmen – nicht aus Mitleid zu handeln.


Handlungstipps für den Alltag als Ally:

Ein unterstützender Ally …

  • nimmt Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen ernst

  • begegnet ihnen mit Empathie, Respekt und sensibler Sprache

  • greift ein bei Ableismus, diskriminierenden Witzen oder übergriffigem Verhalten

  • verstärkt Stimmen von Menschen mit Behinderungen, statt sie zu ersetzen

  • bietet Unterstützung an, ohne sie aufzuzwingen

  • fragt nach Bedürfnissen, statt zu vermuten

  • stellt Fragen respektvoll und akzeptiert Grenzen

  • erkennt Menschen mit Behinderungen als Expert*innen ihrer eigenen Lebensrealität an

  • thematisiert Barrieren – bauliche ebenso wie sprachliche, soziale oder institutionelle

  • nimmt auch unsichtbare Barrieren ernst

  • nutzt eigene Privilegien, um andere zu unterstützen

  • reflektiert das eigene Denken und Handeln

  • nimmt Kritik an und lernt daraus

  • bildet sich aktiv weiter


Was Allies vermeiden sollten

  • Mitleid oder Held*innen-Narrative

  • ungefragte Ratschläge

  • Verallgemeinerungen oder Bewertungen

  • diskriminierende oder abwertende Sprache


Haltung & Verantwortung

Ally sein heißt, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen – für eine inklusive Gesellschaft.
Dabei ist besonders wichtig: Menschen mit Behinderungen sind individuell.
Nur weil man eine Person kennt, weiß man nichts über alle.

Empathie, Respekt und eine diskriminierungskritische Haltung sind deshalb unerlässlich.

Niemand ist der perfekte Ally.
Fehler passieren. Entscheidend ist, Verantwortung zu übernehmen, zuzuhören und daraus zu lernen.
Wir alle verhalten uns mal aus Unwissenheit oder Ungeschick nicht richtig. Wichtig ist die Haltung dahinter und die Bereitschaft, Fehler anzuerkennen und es beim nächsten Mal anders machen zu wollen.

Tragt dieses Wissen in Euren Alltag und in die Welt.

Liebe Grüße – Euer ZEVI Team